Psychisch kranke Straftäter in Weißensee - eine Gefahr für die Anwohner?

GROSSE SEESTRASSE IN WEISSENSEE: EINRICHTUNG FÜR DIE RESOZIALISIERUNG PSYCHISCH KRANKER STRAFTÄTER - HIER IST VIEL SCHIEF GEGANGEN!


Die Zeitraum gGmbH eröffnet in Kürze in der Großen Seestraße in Weißensee eine Einrichtung für die Resozialisierung psychisch kranker Straftäter. In der Kommunikation und Information der Anwohner im Vorfeld ist so ziemlich alles schief gegangen, was schief gehen kann.

Viele Anwohner haben mich besorgt angerufen und / oder angeschrieben. Unkenntnis, Sorge, Ärger - berechtigte Ängste. Ich habe mit dem Geschäftsführer der Zeitraum gGmbH gesprochen und möchte möglichst gut informieren, damit unnötige Ängste beseitigt und vernünftige Wege für die Zukunft aufgezeigt werden können.

Berlin-Weißensee - Denn das ist hier das größte Problem:

Schlechte Kommunikation. Die Anwohner haben den Eindruck, sie seien bewusst im Unklaren über die geplante Einrichtung gelassen worden. Sie befürchten, ihre neuen Nachbarn wären gemeingefährliche Mörder, Vergewaltiger, Pädophile, die ihre Kinder akut gefährdeten. Sie haben den Eindruck, diese gefährlichen Menschen würden in sogenannten "Freigängen" ohne Aufsicht "auf die nicht gewarnte Menschheit" losgelassen. Das Problem ist, dass auf der Basis der bisherigen Kommunikation all diese Ängste verständlich sind!

(Bauschild vor der geplanten Einrichtung)

Dabei hat der Träger der geplanten, neuen Einrichtung im Vorfeld der Eröffnung mit den Kitas und Schulen der Umgebung kommuniziert, die geplante Einrichtung erläutert und das weitergehende Gespräch gesucht. Allerdings ist von diesen Versuchen bei den Anwohnern nichts angekommen. Die zuständige Bezirksstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD) hat diese Einrichtung an diesem Standort explizit begrüßt. Es steht außer Frage, dass es sinnvoll und notwendig ist, ehemalige Straftäter nach erfolgreicher Therapie möglichst schnell wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Dies kann auch nicht auf der grünen Wiese erfolgen sondern muss dort durchgeführt werden, wo andere Menschen auch wohnen - sonst wäre es ja keine Integration sondern Ausschluss aus der Gesellschaft. Gerade weil das Ziel ist, erfolgreich therapierte, psychisch kranke Straftäter in unsere Gemeinschaft wieder voll zu integrieren, muss dies so transparent wie irgendwie nur möglich kommuniziert werden. Ansonsten führt dies zum Fremdeln, Angst, Wut - siehe oben. Leider hat dies die zuständige SPD Stadträtin quasi nicht getan - eine Bürgersprechstunde um 12.00 Uhr in einem Bauwagen drücke ich jetzt mal in den Skat - das ist hoffentlich nicht ernst gemeint.

(Baustelle Große Seestraße)

Also - was haben wir und was brauchen wir?

Was haben wir? Wir werden eine Einrichtung in Weißensee haben, die psychisch kranke Straftäter resozialisiert. Diese Menschen werden ausschließlich (!) nach einer erfolgreichen und als erfolgreich attestierten Therapie in diese Einrichtung aufgenommen.Der gemeinnützige Träger versichert, dass dort keine (!) gemeingefährlichen Straftäter untergebracht und auf die Anwohner losgelassen werden.Dort werden keine (!) Pädophilen untergebracht.Bei einer vergleichbaren Einrichtung im Wedding gab es keine Probleme, keine Krisen, keine Vorfälle in der Nachbarschaft.Der Träger ist mit dieser Arbeit gut vertraut und kein Anfänger, auch kein Geschäftemacher sondern eine gemeinnützige Einrichtung.Was brauchen wir?

Transparenz, dass dies auch alles stimmt! Dafür wird ein Beirat eingerichtet werden, dem die näheren Umstände der Bewohner, die Lebensläufe, die Krankheiten bekannt gemacht werden. Dieser Beirat kann dann nachvollziehen, ob alles so ist, wie es beschrieben wurde, kann prüfen, nachfragen und Sorgen nehmen. In diesem Beirat können Vertreter aus Schulen, Kitas und Anwohnern sein. 

In meinem heutigen Telefonat mit dem Geschäftsführer der Zeitraum gGmbH hat dieser mir zugesagt, dass dieser Beirat eingerichtet werden wird. Ich freue mich über diese Zusage - am Montag abends um 20.00 Uhr im Milchhäuschen werden wir die Bürgersprechstunde auswerten und die vorliegenden Ergebnisse besprechen.

© Dirk Stettner IMPRESSUM - DATENSCHUTZ

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